Studie zur Patientenzufriedenheit

David

In einer aktuellen Studie stellt die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Cooper (PwC) Ergebnisse einer Umfrage zur Patientenzufriedenheit im deutschen Gesundheitswesen vor. Was erwarten Patienten von ihrem Krankenhaus und welche Kriterien sind für die Wahl des Hauses entscheidend? Wir haben uns der Studie gewidmet und präsentieren die wichtigsten Punkte rund um Patientenzufriedenheit und Digitalisierung auf einen Blick.

Im vergangenen Jahr wurden rund 19,5 Millionen Patienten in deutschen Krankenhäusern behandelt. Was sind deren Eindrücke von der Patientenversorgung? Um das herauszufinden hat die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC im November eine repräsentative Umfrage unter 1,000 Bürgern durchgeführt. Das Ergebnis: Die verfügbare Nähe und die Qualität der Versorgung stehen an erster Stelle der Patienten.

Patienten erwarten fachkompetentes Klinikpersonal

Qualität ist das ausschlaggebende Kriterium bei der Wahl des Krankenhauses. Wie die Studie belegt wünschen sich 65% der Befragten "ein großes Team von Topärzten und Spezialisten" und 56% ein "hohes Maß an Sauberkeit und Hygiene". Der Aufenthalt im Krankenhaus wird somit direkt an die Qualitätsanforderungen des Personals und den Zustand des Hauses geknüpft.

Weitere entscheidende genannte Kriterien der Umfrage sind:

  • Einsatz von modernen Geräten
  • Freundliches, hilfsbereites Personal
  • Empfehlungen des Hausarztes
  • Nähe zum Wohnort

Die Ergebnisse dieser Umfrage stellen dabei insbesondere kleinere und mittelgroße Krankenhäuser vor erhebliche Herausforderungen im Wettbewerb. Denn, wie kann ein Krankenhaus anhand weniger Eingriffe die von den Patienten gewünschte Qualität nachweislich belegen? Worauf spezialisiert sich das Krankenhaus um den Anforderungen und Wünschen der Patienten gerecht zu werden?

Geographische Nähe entscheidend

Des Weiteren zeigt die Studie, dass die Befragten (ca. 73%) ein hohes Maß an Vertrauen in ein Krankenhaus nahe des eigenen Wohnortes schenken. Die flächendeckende Versorgung ist somit ein wesentlicher Punkt der Patienten. Man möchte nicht auf das nächstgelegene Haus verzichten und wäre gegebenenfalls auch bereit, dieses mit einer einmaligen Spende finanziell zu unterstützen.

Doch Ausruhen können sich die Krankenhäuser auf diesen Ergebnissen nicht. Vielmehr rückt die Qualität der Versorgung weiter in den Mittelpunkt, je komplexer die Versorgung des Patienten ist. So sind Entfernungen von bis zu 50 Kilometer für 41 Prozent der Befragten kein Grund, auf eine bessere Versorgungsqualität zu verzichten. Der Patient wird mehr und mehr mobil!

Bei der Erstwahl von Patienten liegen erwartungsgemäß die Universitätskliniken weit vorne. Dort wird, wie auch die Jahre zuvor, die Qualität der Versorgung am Höchsten eingeschätzt. Gefolgt in diesem Ranking werden die Universitätskliniken - trotz Vertrauensverlust - weiterhin von Privatkliniken.

Fachkräftemangel bereits erkennbar

Das der Fachkräftemangel das Gesundheitswesen vor große Herausforderungen stellt ist bereits bekannt. Jedoch sind nun auch vermehrt Patienten während ihres letzten Krankenhausaufenthalts darauf aufmerksam geworden: 25 Prozent der Befragten identifizierten die Personalverfügbarkeit als Problem. Auch die Qualität der Patientenversorgung (z.B. Essen, Zimmerausstattung, etc.) und die fehlende Empathie der behandelnden Ärzte wurden mit 18 beziehungsweise 17 Prozent bemängelt.

Damit verweist die Studie direkt auf eine im Dezember 2017 erschienene Statistik der Arbeitsagentur für Arbeit, welche signifikante Engpässe der Gesundheits- und Pflegeberufe in nahezu allen Bundesländern offenlegte.

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