Nutzen Sie Ihr Potenzial: Wissensarbeiter machen ein Unternehmen aus

Sind Sie schon einmal einem Wissensarbeiter begegnet? Die meiste Zeit arbeiten diese im tiefsten Inneren Ihres Unternehmens. Sehen Sie sich um, praktisch alle Ihrer Kollegen sind Wissensarbeiter. Es können ihr Eifer, ihre Begeisterung, ihre Erfahrungen oder ihre Interpretationsfähigkeiten sein, die die Wissensarbeiter zu unverzichtbaren Vermögenswerten im Unternehmen machen. Dennoch vergessen CEOs oftmals die Bedeutung dieser Vermögenswerte mit deren hohem Potenzial.

Gerade heutzutage Messwerte der Schlüssel zu ‚erfolgreichen‘ Leistungen. Da es recht schwierig ist, das Wissen eines Wissensarbeiters zu messen, tun sich Führungskräfte zunehmend sehr schwer damit, diesen spezifischen Begriff zu verwenden. Ihre Aufmerksamkeit verschob sich von der Bedeutung des Wissens zu einem Basismesswert – dem Ertrag. Durch diese Fixierung auf die Idee eines Messwerts untergruben Führungskräfte das Wissen, obwohl gerade das eine der wichtigsten Komponenten innerhalb eines Unternehmens ist.

Definition des Konzepts

Das Konzept des Wissensarbeiters wurde vom Managementexperten Peter Drucker in den 1950er Jahren geprägt, also schon vor den Zeiten des Internets! Es ist schwierig nachzuvollziehen, wie diese Wissensarbeiter betreut wurden, und wo wurde ihr Wissen überhaupt gespeichert? Doch es schien gut zu funktionieren, da die 1950er Jahre eine Zeit des Wandels waren: von Handarbeit zu einer Arbeit, die ein hohes Maß an Wissen und Genauigkeit erforderte.

Natürlich gab es Wissensarbeiter, seit wir nicht mehr auf Bäumen leben und Homo sapiens wurden. Sehen wir uns das Mittelalter an: Die Handwerker gaben das Wissen, das sie erworben hatten, an ihre Lehrlinge weiter. Damit war der erste Speicher für Wissen und Erfahrungen einfach ein anderer Mensch.

Evolution der Menschheit

Wissensarbeiter – eine Person, zu dessen Job es gehört, Informationen zu erzeugen, damit umzugehen, sie zu teilen und zu nutzen.

Bewertungscyclus

Der Begriff selbst klingt sehr exklusiv. Stellen Sie sich vor, Sie würden sagen:

Ich bin ein Wissensarbeiter!

Heutzutage unterscheidet man auf der Grundlage eines numerischen Messwerts zwischen Führungskräften ‚mit Talent‘ und ‚anderen‘. So entsteht eine „verfälschte Karriereleiter“, wobei der Beste ein Wissensarbeiter ist, der den größten Ertrag erzielt.

Wir geben es zu, nicht alle von uns sind dazu in der Lage. Folglich wird es unmöglich, die Leistung jedes Einzelnen als Wissensarbeiter zu messen. Und an dieser Stelle kommt der ‚Effekt einer verfälschten Karriereleiter' zum Tragen. Ich nenne das so, da schließlich jeder Mitarbeiter eines Unternehmens ein Wissensarbeiter ist. Führungskräfte bevorzugen lediglich diejenigen, deren Leistung gemessen werden kann. Alle hoch routinierten Jobs erfordern Kreativität und Improvisationstalent. Ein Verkaufsleiter hätte nichts zu verkaufen oder könnte keine Leads generieren, wenn es nicht ‚die anderen‘ Wissensarbeiter gäbe. Entwickler, Vermarkter, Datenanalysten, HR-Manager, Geschäftsführer usw. verfügen über einzigartiges Wissen, das erforderlich ist, damit das Unternehmen reibungslos funktioniert.

Ein anderes Szenario

Stellen Sie sich eine Situation vor, in der eine Führungskraft alle Mitarbeiter als Wissensarbeiter ansieht. Was geschieht, wenn 50% von ihnen das Unternehmen verlassen?

Kostet mehr, als Sie denken

Julie Kantor, Kostet mehr, als Sie denken hat berechnet, dass der Verlust nur eines Arbeiters etwa 15.000 bis 20.000 Dollar kosten kann. Rechnen wir weiter: Multiplizieren Sie 50 % Ihrer Mitarbeiter mit dieser Summe.

Julie Kantor versuchte, die Kosten aufzuschlüsseln und zu erklären, warum der Austausch von Mitarbeitern so teuer ist. Dies ist der Fall, weil dem Unternehmen hohe Kosten bei Einstellung und Schulung, durch Bewerbungsgespräche, geringeres Engagement von verbliebenen Mitarbeitern und zudem weitere branchenspezifische Kosten entstehen

Was tatsächlich Geld kostet

Die genannten Beispiele sollten genügend Denkanstöße geben. Führungskräfte vergessen oftmals, dass ein Mitarbeiter nicht nur körperlich „weggeht“, sondern auch seine geistigen Fähigkeiten mit ihm „verschwinden“, also seine gesamte Erfahrung, sein Wissen, seine Kreativität und seine Interpretationsfähigkeiten. Und diese sind das Herzstück jedes Unternehmens. Stellen Sie sich jetzt vor, 50% des Wissens Ihres Unternehmens würde gehen. Klingt nach einer Katastrophe.

Für das Wissen zahlen Sie, und fehlendes Wissen hindert Ihr Unternehmen daran, erfolgreich zu sein.

Den Messwert austauschen, nicht den Arbeiter

Schauen Sie sich um, aus einem anderen Blickwinkel ist jeder ein Wissensarbeiter, und nur die Wahl der Messwerte bestimmt, was Erfolg ist und was nicht. Fragen Sie sich selbst oder Ihren CEO:

Wie sachkundig sind meine Kollegen oder die Mitarbeiter? Und wie sollte ihr Wissen bewertet werden?

Die einzige Möglichkeit, den Messwert ‚Erlös‘ zu umgehen, besteht darin, das Arbeitsumfeld mithilfe von Technologien zu optimieren. Jeder soll Wissen teilen und nutzen können, um so den „Effekt einer verfälschten Karriereleiter“ zu verringern. Den meisten Managern und Führungskräften sind nicht bewusst, wie sachkundig ihre Mitarbeiter sind.

Der Schlüssel

Wissensarbeiter bilden das Herzstück Ihres Unternehmens. Eine durchdachte Zusammenstellung eines Teams oder eine kluge Auswahl eines neuen Mitarbeiters lohnen sich, da sie zu neu gebündeltem Wissen führen. Die Abwanderung von Fachkräften wird von Zivilisationen, Kulturen und sogar Unternehmen gefürchtet. Zwingen Sie Mitarbeiter nicht zum Überleben, sondern lassen Sie sie aufblühen. Wissen ist ein ebenso wertvolles Gut wie Ertrag.

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