Das Catharina Ziekenhuis setzt den Selbstcheck digitale Kompetenzen für Pflegefachkräfte ein
Digitale Kompetenzen sind für jede Pflegefachkraft von Bedeutung. Pflegefachkräfte nutzen in ihrem Arbeitsalltag eine Vielzahl unterschiedlicher digitaler Systeme – und es werden stetig mehr! Denken Sie dabei an die elektronische Patientenakte (ePA), Microsoft- und HR-Anwendungen sowie natürlich das LMS selbst. Doch nicht jeder kommt mit all diesen Systemen gleichermaßen gut zurecht. Um hier Einblick zu gewinnen und Mitarbeitende gezielt bei der Entwicklung ihrer digitalen Kompetenzen zu unterstützen, setzt das Catharina Ziekenhuis über CAPP LMS nun den Selbstcheck digitale Kompetenzen ein. Cindy Halman, Beraterin Lernen und Entwickeln, und Anwendungsbetreuerin Cheyenne Sanders erzählen uns alles darüber.
Wie kamen Sie auf die Idee, den Selbstcheck zu entwickeln?
Cindy: Im Mittelpunkt unserer Strategie steht der Baustein „digital selbstbewusste Profis in der Pflege". Mit dieser Nullmessung erfassen wir die digitalen Kompetenzen unserer Mitarbeitenden, damit wir sie gezielt bei der Formulierung und Erreichung ihrer digitalen Lernziele begleiten und unterstützen können.
Cheyenne: Mitarbeitende haben Schwierigkeiten, in einer immer digitaleren und sich verändernden Welt den Überblick zu behalten. Anwendungen sind oft komplex, insbesondere wenn sie nicht regelmäßig genutzt werden. Deshalb ist es wichtig, dass sie schnell und unkompliziert die richtigen Informationen an der richtigen Stelle finden können.
Wie haben Sie den Selbstcheck aufgebaut?
Cindy: Der Fragebogen, den wir verwenden, wurde von der nationalen Aktion „Digivaardig in de zorg" (im Deutschen entspricht das: Digital kompetent in der Pflege") zusammengestellt und von uns in Zusammenarbeit mit Buro StrakZ an unsere Organisation angepasst. Das bedeutet, dass im Selbstcheck ausschließlich die Anwendungen vorkommen, die wir in unserer Organisation einsetzen.
Der Selbstcheck besteht aus 44 Fragen, bei denen Mitarbeitende angeben können, wie gut sie mit verschiedenen Anwendungen umgehen können und inwieweit sie bestimmte Fertigkeiten beherrschen. Zum Beispiel: „Wie digital kompetent schätzen Sie sich selbst bei der Nutzung von Microsoft Outlook ein?"
Am Ende des Selbstchecks erhalten Sie eine Punktzahl je Eigenschaft. Wenn Sie Schwierigkeiten mit bestimmten Fertigkeiten haben, erhalten Sie im Anschluss Tipps zu relevanten Inhalten, um Ihre Kenntnisse und Fertigkeiten auf ein höheres Niveau zu bringen. Sie können sich auch jederzeit an einen der eigens dafür ausgebildeten Digicoaches wenden. Wer mit digitalen Anwendungen gut vertraut ist, gilt als Experte und kann sein Wissen mit Kolleginnen und Kollegen teilen.
Wir nutzen den Selbstcheck als Gesprächsanlass – also vor allem aus der menschlichen Perspektive. Er ist kein Selbstzweck und keine Pflicht. Das Ziel ist nicht, dass er sich wie ein Test anfühlt, sondern dass man Einblick in die eigenen digitalen Kenntnisse und Fertigkeiten erhält.
Welche Rolle spielt der Digicoach?
Cindy: Wir haben in Zusammenarbeit mit Buro StrakZ eine Reihe von Digicoaches ausgebildet. Sie unterstützen Mitarbeitende bei der Entwicklung ihrer digitalen Fertigkeiten und sind Ansprechpartner für alle, die ihre digitalen Kompetenzen verbessern möchten. Auch wenn sie nicht alle Systeme vollständig beherrschen, wissen sie, wie sie die richtigen Quellen für die richtige Bedienung der jeweiligen Anwendungen finden. Darüber hinaus haben sie Coaching-Kompetenzen, um Kolleginnen und Kollegen weiterzuhelfen. Im Rahmen des Programms „Digifit en Vaardig" (im Deutschen entspricht das: Digital fit und kompetent) übernehmen die Digicoaches eine zentrale Rolle. Mitarbeitende können sich selbst an den Digicoach wenden, der Coach ergreift aber auch selbst die Initiative und bietet Teams Unterstützung an, wenn die Ergebnisse des Selbstchecks dies nahelegen.
Werden die Ergebnisse des Selbstchecks geteilt?
Cheyenne: Learning Analytics bilden die Grundlage für Folgemaßnahmen. Die Ergebnisse des Selbstchecks werden auf Abteilungs- und Organisationsebene geteilt, sodass Digicoaches und Teamleiter Einblick in Fertigkeiten und Trends erhalten. Digicoaches können so gezielt auf rückständige Fertigkeiten eingehen. Aus Datenschutzgründen sind individuelle Ergebnisse ausschließlich für die betreffende Mitarbeiterin bzw. den betreffenden Mitarbeiter sichtbar.
Wie erleben die Mitarbeitenden den Selbstcheck?
Cindy: Die Reaktionen auf den Selbstcheck sind unterschiedlich: Manche erkennen den Nutzen und möchten sich weiterentwickeln, andere empfinden ihn als zeitaufwändig und sehen keine Dringlichkeit. Auch das ist ein wichtiges Signal, denn es zeigt, dass eine breite Akzeptanz notwendig ist und dass wir deutlich machen müssen, wie digitale Kompetenzen Zeit sparen und die Arbeit angenehmer und einfacher machen können.
Welche Zukunftspläne haben Sie für den Selbstcheck?
Cindy: Wir möchten künftig Lerninhalte anbieten, die auf verschiedene Niveaus abgestimmt sind: niedrigschwellig und praxisnah für Mitarbeitende mit geringeren digitalen Kompetenzen sowie vertiefend mit Hintergrundinformationen für diejenigen, die bereits mehr Erfahrung haben. So gehen wir besser auf die unterschiedlichen Lernbedürfnisse ein.
Wie haben Sie die Unterstützung von Defacto bei der Einrichtung des Selbstchecks erlebt?
Cindy: Defacto hat gut mit uns mitgedacht, um den Selbstcheck nach unseren Wünschen einzurichten. Die Kommunikation verlief über kurze Wege. Fragen oder Anpassungswünsche wurden sehr schnell aufgegriffen. Alles in allem blicken wir auf eine sehr angenehme Zusammenarbeit zurück.
Haben Sie Tipps für andere Organisationen?
Cheyenne: Wir glauben an einen pragmatischen Ansatz: einfach starten und unterwegs herausfinden, was funktioniert.
Cindy: Beziehen Sie eine breite Zielgruppe in den Piloten ein, damit der Selbstcheck repräsentativ ist und keine Gruppen vergessen werden.
Aus dem Feedback, das wir erhielten, ging hervor, dass die Formulierung der Fragen durch den Wechsel zwischen positiven und negativen Aussagen verwirrend war. Zum Beispiel: „Ich kann gut mit Microsoft Office-Programmen arbeiten", gefolgt von „PowerPoint benutze ich nicht oft". Daher wurden alle Fragen auf eine positive Formulierung umgestellt.
Wenn andere Organisationen damit beginnen möchten, können sie auch gerne Kontakt mit uns aufnehmen. Wir teilen unsere Erfahrungen sehr gerne!
Die Bedeutung digitaler Kompetenz
Digitale Kompetenz ist aus der Pflege nicht mehr wegzudenken. Mit dem Aufkommen von KI gewinnt dies noch weiter an Fahrt. Umso wichtiger ist es, der digitalen Kompetenz der eigenen Mitarbeitenden Aufmerksamkeit zu schenken. Suzanne Verheijden ist als Programmleiterin bei der nationalen Koalition „Digivaardig in de zorg" tätig. Sie betont die Bedeutung von Investitionen in digitale Kompetenz: „Man kann in der Pflege nicht mehr ohne digitale Grundkompetenz arbeiten. Das ist ebenso wichtig wie pflegerisches Handeln."
Niederländische Organisationen können sich bei „Digivaardig in de zorg" mit Lernmitteln, Forschungsberichten, Tipps für Digicoaches und Führungskräfte, Musterplanungen und Kommunikationsmitteln eindecken. Alle Leistungen und Veranstaltungen stehen verschiedenen Pflegebereichen kostenlos zur Verfügung.
Möchtest du selbst einen Digicheck oder einen anderen Selbstcheck in CAPP LMS einsetzen? Erfasse, wie deine Pflegefachkräfte sich selbst einschätzen, und gib ihnen Rückenwind bei der Entwicklung ihrer Fertigkeiten. Nimm Kontakt mit uns auf – wir denken gerne mit dir mit.
"Learning Analytics bilden die Grundlage für Folgemaßnahmen. Die Ergebnisse des Selbstchecks werden auf Abteilungs- und Organisationsebene geteilt, sodass Digicoaches und Teamleiter Einblick in Fertigkeiten und Trends erhalten."
Cheyenne Sanders
Anwendungsbetreuer
Produkte & Dienste
Fakten & Daten
- Branche
- Pflege
- Kunde seit
- 2024
- Website
- https://www.catharinaziekenhuis.nl