Blockchain in der Bildungskonferenz RUG 2017

Als Softwareunternehmen, das sich auf Bildung konzentriert, interessieren wir uns immer für die neusten und innovativsten Trends rund ums Lernen und sicheres Datenmanagement. Denn auch für unsere Kunden aus den Bereichen Krankenhaus und anderen Einrichtungen im Gesundheitswesen spielt das Thema Compliance eine immer wichtiger werdende Rolle. Aus diesem Grund waren wir bei der Blockchain in Education Konferenz an der Universität Groningen am 5. September 2017 anwesend, um unser Fachwissen über diese Thematik weiterzuvertiefen.

Blockchain, was ist das?

Kurz gesagt: Blockchain ist eine Möglichkeit, Informationen auf eine Weise zu speichern, sodass diese angeblich nicht getäuscht werden können. Dabei werden wichtige Informationen und Transaktionen digital gespeichert und weltweit auf verschiedenen Geräte verteilt. Die Informationen sind somit für Jeden zugänglich. Um die Sicherheit zu garantieren, bestehen Sie aus Blöcken, die kryptographisch verknüpft sind. So kann ein Betrug nahezu komplett ausgeschlossen werden, denn um die Informationen zu verfälschen müsste man alle Geräte, die die Informationen enthalten, zur gleichen Zeit hacken. So kann das Vertrauen in die angezeigten Informationen erhöht werden, da Sie sich nicht mehr fragen müssen, ob die dargestellten Informationen verfälscht sind oder nicht. Das trägt letztendlich dazu bei, dass das Teilen von Daten, das Vertrauen in Organisationen und das Handeln generell einfacher, schnellerer und sicherer gestaltet wird. Ein zusätzlicher Bonus ist, dass Sie keine Angst mehr davor haben brauchen, Ihre Papierversionen oder sogar Ihre digitalen Geräte zu verlieren. Alles ist in der Blockchain gespeichert, sodass Sie immer Zugriff auf ihre eigenen Daten haben.

Blockchain in der allgemeinen und beruflichen Bildung

Blockchain ist also eine sichere Art, Humankapital zu speichern und zu verteilen. Welche Auswirkungen hat dies auf die Ausbildung in Universitäten und Unternehmen? Stellen Sie sich vor, Sie erhielten einen Abschluss in 1990, der besagt, dass Sie Ihren Beruf als Krankenschwester von nun an ausüben können. Zu dieser Zeit erhielten Sie eine Papierversion davon mit einem Wasserzeichen und einer Unterschrift des Ausbildungszentrum. Was würde passieren, wenn Sie umziehen und versehentlich den Karton mit Ihrem Diplom verlieren? Wie können Sie beweisen, dass Sie Ihren Beruf wirklich ausüben können? Mit Sicherheit wird Ihnen dieses Problem sehr schnell Kopfschmerzen und jede Menge Stress einbringen. Durch die Erfassung Ihrer Diplome, Zertifikate und sogar einzelner Module auf einer Blockchain können Sie zu jeder Zeit beweisen, dass Sie Ihren Beruf ausüben können - Sie können nichts verlieren. Die Idee ist, dass Sie Ihre eigenen Diplome besitzen, ohne auf die Validierung Ihres Ausbildungszentrums angewiesen zu sein.

Besitzer der eigenen Vermögenswerte

Nun sind Ihre Diplome auf einer Blockchain geschützt. Wie können Sie jetzt sicher sein, dass diese immer mit Ihnen verbunden sind und als solche anerkannt werden? LearningMachine, einer der Referenten während der Konferenz, entwickelte die App Blockcerts, für die Sie Ihre Qualifikationen speichern kann. Dies bedeutet, dass Sie selbst die Rechte an Ihren Diplomen haben und bestimmen können, mit wem Sie diese teilen. Infolgedessen sind Sie nicht mehr abhängig von anderen Instanzien und können Ihre Informationen flexibler managen. Im Fall von Verlust, Auswanderung oder anderen unvorhergesehenen Umständen haben Sie immer Zugang zu Ihren eigenen Daten und können beweisen, dass Sie beispielsweise Ihren Beruf als Krankenschwester ausüben dürfen.

Gerade in Einrichtungen und Organisationen, in denen Compliance eine große Rolle spielt, ist es natürlich von großer Bedeutung sicherzustellen, dass Sie kompetent und qualifiziert sind. Um Ihre Aufgaben entsprechend ausüben zu können, sollten Sie daher jeder Zeit in der Lage seien, auf ihre Qualifikationen und erworbenen Fähigkeiten verweisen zu können.

Derzeit steckt die Blockchain-Technologie jedoch noch in den Kinderschuhen. In Bitcoins und anderen Altcoins wird zwar viel zu diesem Thema erforscht, aber die Technik wird bis auf einige Universitäten, die damit experimentieren, noch nicht in Schulungs- und Bildungseinrichtungen verwendet.

Sicherheit und Privatsphäre

Eines der wichtigsten Themen, die während der Konferenz auftauchten, handelte mehr über Ethik als über Technologie. Wie können Sie sicher sein, dass eine Organisation auch die richtige Qualität hat, um Zertifikate auszustellen? Wie kann man sicher sein, dass jemand die Qualifikationen wirklich erhalten hat und nicht von guten Beziehungen die benötigten Qualitäten zugeschrieben bekommt hat, ohne die entsprechende Bildung erfahren zu haben? Auch die Gesamtsicherheit von Informationen und Daten war dabei ein wichtiges Thema.

Obwohl viele der Meinung sind, dass Blockchain die Lösung für sichere Informationen ist, stellte Jaap-Henk Hoepman dies in seinem Vortrag in Frage. Seine Präsentation "Blockchain und warum sollten Sie diesen Trend vermeiden"[Übersetzung] leitete eine Diskussion über Online-Informationen ein und zeigte auf, dass Blockchain ist nicht nur ein Förderer von Privatsphäre ist. Darüber hinaus wurden auch die Nachteile der Blockchain und ihre viel langsamere Verarbeitung von Informationen beleuchtet (7 Transaktionen pro Sekunde, bei 1000 Transaktionen pro Sekunde für Kreditkarten). Ihm zufolge gibt es mehr Bedarf für ein gutes Peer-to-Peer-System, welches Informationen direkt an eine interessierte Partei richtet, ohne irgendetwas öffentliches im Internet oder via Blockchain zu teilen.

Schlussfolgerung

Fragezeichen oder nicht, Blockchain ist eine interessante Technologie, die bei der Speicherung und Verbreitung von Informationen sehr helfen kann. Jaap-Henk Hoepman bringt es dementsprechend treffend auf den Punkt, wenn er sagte, dass "wir in den neunziger Jahren wir nicht gedacht hatten, dass dies überhaupt möglich wäre". Allerdings ist es nun Realität geworden, auch wenn die Frage bleibt, wie wir es nun ethisch verwenden können. Eines ist klar: Die Bitmünze, die via Blockchain läuft, macht es zumindest ausgesprochen gut und erfolgreich. Die Zweifel schwinden, sodass man davon ausgehen kann, dass diese Technologie zunehmend in unsere Gesellschaft und damit in unserem Bildungssystems integriert wird.

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